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    Baulärm, Kakerlaken, dreckiger Pool

    Was muss ich hinnehmen und was nicht?

Reisemängel richtig reklamieren

Wer unliebsame Überraschungen im Urlaub erlebt, fragt sich zu Recht: Was muss ich hinnehmen und was nicht? Und wie reklamiere ich richtig? Wenn Sie Ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen wollen, muss ein Reisemangel vorliegen.

Hierzu regelt § 651c Absatz 1 BGB: „Der Reiseveranstalter ist verpflichtet, die Reise so zu erbringen, dass Sie die zugesicherten Eigenschaften hat und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrage vorausgesetzten Nutzen aufheben oder mindern.“

Diese Unannehmlichkeiten müssen Sie hinnehmen

Nicht jede Beeinträchtigung ist rechtlich als Reisemangel einzuordnen

Jedes Jahr prüfen Gerichte, ob Reisemängel vorliegen. Gewisse Unannehmlichkeiten bzw. Unzulänglichkeiten hat der Reisende ersatzlos hinzunehmen wie beispielsweise

  • 2-3 Geckos im Hotelzimmer
  • alkoholisierte Gäste in der All-Inclusive-Anlage
  • stolpern über Baumwurzeln auf der Liegewiese des Hotels
  • ein Affenbiss in Kenia

Fälle bei denen Sie Anspruch auf Schadenersatz haben

Diese Beeinträchtigungen müssen Sie nicht akzeptieren:

  • Erheblicher Kakerlakenbefall: 40 % Minderung Tagespreis pro betroffenem Tag
  • Discolärm bis 4 Uhr morgens: 20 % Preisnachlass
  • Großbaustelle rund ums Hotel, rund um die Uhr: 60 % Preisminderung
  • Normales Hotel statt Clubanlage: 40 % weniger
  • Schmutziger Boden/Zigarettenreste bei Hotelzimmerbezug: 15 % vom Reisepreis zurück

So reklamieren Sie Reisemängel richtig

Besteht ein klarer Mangel, hat der Urlauber Anspruch auf Schadenersatz für die betroffenen Tage

Grundsätzlich gilt: Weicht die Reiseleistung erheblich von der im Katalog oder Prospekt beschriebenen ab, gibt es finanzielle Entschädigung, denn diese Angaben sind verbindlich.

  • Teilen Sie Ihrem Reisebüro Ihre Sonderwünsche genau mit, und halten Sie sie schriftlich fest.
  • Überprüfen Sie sofort die Ihnen ausgehändigten Reiseunterlagen
  • Teilen Sie auftretende Mängel sofort dem Reiseleiter vor Ort oder dem Reiseveranstalter in Deutschland mit und verlangen umgehende Abhilfe!
  • Lassen Sie sich eine vom Reiseleiter unterschriebene Reklamation bestätigen
  • Dokumentieren Sie aufgetretene Mängel (Fotos, Filme, Adressen von Zeugen).
  • Wird keine Abhilfe geleistet, kann ein Anspruch auf Reisepreisminderung oder Schadensersatz bestehen.
  • Eine vorzeitige, eigenmächtige Abreise oder der Umzug in ein anderes Hotel sind nur bei erheblichen Mängeln berechtigt.
  • Innerhalb eines Monats nach Reiseende muss die Reisebeschwerde gegenüber dem Reiseveranstalter angezeigt werden. Maßgebend für das Ende der Reise ist der in Ihren Reiseunterlagen festgelegt Rückreisetag. In diesem Schreiben müssen alle Mängel genau bezeichnet und erläutert werden, außerdem muss eine bestimmte Forderung geltend gemacht werden.
  • Bei Gruppenreisen reklamieren entweder alle Mitreisenden separat oder ein erwachsener Reisender schreibt im Namen der Gruppe (hier der Beschwerde von den übrigen Mitreisenden Vollmachten und/oder Abtretungserklärungen beifügen). Eltern sollten ausdrücklich auch im Namen der Kinder reklamieren.
  • Wenn Sie sich Ihrer Sache unsicher sind, wenden Sie sich an einen kompetenten Rechtsanwalt. Experten wissen, wann sich eine Klage lohnt.

Unser Versicherungstipp für Sie:

Beachten Sie bitte, mit jedem Rechtstreit entstehen Kosten, die im schlechtesten Fall von Ihnen selbst bezahlt werden müssen. Hier kann eine Rechtsschutzversicherung zumindest das finanzielle Risiko für gerichtliche und außergerichtliche Kosten übernehmen. Wenn Sie mehr über die Rechtsschutzversicherung wissen möchten, finden Sie Informationen dazu im Infokasten auf der rechten Seite!