Hintergrund grau
  • WWK Versicherungen

    Naturliebhaber Achtung

    Zecken – Angriff aus dem Unterholz

Zecken

Wir alle lieben die Natur und suchen in ihr Erholung und Spaß. Mit einem Picknick im Grünen, als Biker, Camper, beim Nordic Walking oder einfach als Spaziergänger. Doch die Natur birgt auch Gefahren. Eine davon sind Zecken.

Ihre Saison beginnt im Frühling und zieht sich bis in den Herbst. Wer sich gern oder berufsbedingt in der freien Natur aufhält, sollte sich schützen. Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern leben am Boden, an kleinen Sträuchern und Gräsern oder im Unterholz. Sie haben einen guten Riech- und Temperatursinn mit dem sie ihre Opfer wahrnehmen. Die Zecke lässt sich fallen und sucht nach einer günstigen Einstichstelle. Die Zecke wird dabei oft nicht bemerkt, denn ihr Stich und ihre Anklammerung tun nicht weh. Wenn sie genügend Blut gesaugt hat, lässt sie sich wieder abfallen. Normalerweise sind ihre Stiche harmlos, in Risikogebieten können Zecken jedoch Träger lebensgefährlicher Erreger sein.

Übertragungskrankheiten

Welche Krankheiten werden durch Zeckenbisse übertragen?

Die Borreliose kommt weltweit überall vor, wo es Zecken gibt. Schätzungsweise 20 % der Zecken sind mit dem Erreger infiziert. In Deutschland erkranken jährlich etwa 60.000 Menschen. Ein deutlicher Hinweis auf eine Infektion ist eine kreisrunde, sich ausdehnende Rötung um die Bissstelle. Die Diagnose wird erschwert, da diese Rötung nur bei ca. 40 % der Betroffenen auftritt, dazu oft mit zeitlicher Verzögerung und nicht unmittelbar an der Einstichstelle. Die Rötung wird mitunter für einen allergischen Ausschlag gehalten. Ist man mit dem Erreger infiziert, kommt es drei bis vier Tage nach dem Stich zu leichten, grippeähnlichen Erscheinungen mit Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Eine Infektion lässt sich sechs bis acht Wochen nach dem Biss durch einen Bluttest nachweisen und mit Antibiotika wirkungsvoll behandeln. Danach sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um sicher zu gehen, dass keine Erreger mehr vorhanden sind. Da es gegen Borreliose keine Schutzimpfung gibt, sollten Risikogruppen zweimal pro Jahr eine Kontrolluntersuchung durchführen lassen. Wird eine Infektion nicht rechtzeitig behandelt, kommt es im Verlauf von einem halben bis zu zwei Jahren zum Ausbruch der Krankheit. Diese ist dann nicht mehr heilbar.

Die Hirnhautentzündung FSME (=Frühsommer-Meningoenzephalitis) äußert sich 10-14 Tage nach einer Infektion durch hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und wird leicht für eine "Sommergrippe" gehalten. Bestenfalls heilt sie in diesem Stadium aus. Andernfalls kommt es nach etwa 10 Tagen zu einem zweiten Krankheitsschub mit Übelkeit, Erbrechen, sehr starken Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Bewusstseinstrübung. Hinzu können Bewegungsstörungen, Zittern, Krämpfe, Schluckauf, Sehstörungen, Lähmungen u. a. m. kommen. Die Krankheit dauert zwei bis vier Wochen. Es können Spätschäden zurückbleiben. Allerdings ist die Gefahr mit FSME infiziert zu werden geringer als bei Borreliose, da der Erreger seltener ist. In Deutschland werden zwischen 60 und 120 FSME-Erkrankungen pro Jahr registriert. Allerdings sind die Behandlungsmöglichkeiten im Falle einer Infektion begrenzt. Die einzige Möglichkeit sich zu schützen, ist eine Impfung im Vorfeld.

Schutzmaßnahmen

So können Sie sich vor Zecken schützen:

Trotz der Möglichkeit eine Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird, zu erleiden, besteht kein Anlass für Naturfreunde ihre Streifzüge durch Wald und Flur einzustellen. Denn bei Beachtung unserer Verhaltensregeln ist in aller Regel ein guter Schutz gewährleistet.

  • Weichen Sie möglichst nicht von den Wanderwegen ab, die Gefahr lauert vor allem in hohen Wiesen und Gebüschen.
  • Sprühen Sie Ihre Kleidung mit Insekten abweisenden Mitteln ein. Die wirksamsten Mittel (fragen Sie in der Apotheke danach) halten die Parasiten bis zu sechs Stunden auf Distanz. Beachten Sie jedoch, dass die Stiftung Warentest wegen problematischer Inhaltsstoffe davon abrät, Kleinkinder unter zwei Jahren mit Insektenabwehrmittel einzucremen.
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung und eine Kopfbedeckung. Da Zecken hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern sitzen, ist es sinnvoll, wenn Sie die Socken über die Hosenbeine ziehen. Helle Kleidung hilft, herumkrabbelnde Zecken besser zu erkennen.
  • Suchen Sie nach einem Aufenthalt im Freien Kleidung und Körper gründlich nach Zecken ab. Zecken stechen nicht sofort zu, sondern suchen zunächst nach einer geeigneten Körperstelle mit weicher und warmer Haut.

Zeckenentfernung

So entfernen Sie Zecken richtig:

Die wichtigste Prophylaxe gegen Borreliose und FSME ist das rechtzeitige Entfernen der Zecke. Diese beginnt erst nach 12-24 Stunden des Saugvorgangs den mit Borrelia infizierten Darmsaft in die Einstichstelle zurückzupumpen. Wird sie schnell entfernt, ist eine Infektion mit Borreliose nahezu ausgeschlossen. Die FSME-Viren sitzen im Speichel der Zecke. Hier kann die Übertragung schon mit dem Stich geschehen. Daher ist das (möglichst gegenseitige) Absuchen des Körpers nach jedem Waldgang sehr wichtig. Achselhöhlen, Kniekehlen, Haaransatz, Leistenbeuge und der Genitalbereich sind besonders beliebte Stellen.

Entdecken Sie eine Zecke, entfernen Sie diese sofort und schonend. Die einfachste Methode ist das Abbrausen mit kaltem Wasser, da die Zecke dann erstarrt und meist spontan abfällt. Unbedingt abzuraten ist von der Anwendung von Öl, Petroleum, Uhu und dergleichen, um die Zecke zu betäuben oder zu ersticken. Die Zecke entleert sich dann in der Haut des Wirts und überträgt so möglicherweise vorhandene Erreger.

Für das Entfernen von Zecken, die sich festgebissen haben, gibt es spezielle, in Apotheken erhältliche Zeckenzangen. Wichtig dabei ist, dass Sie die Zecke nicht zerquetschen und den Kopf der Zecke bzw. die Mundwerkzeuge, die in der Haut stecken, mit entfernen. Anschließend desinfizieren Sie die Bissstelle. Sind Sie dazu nicht in der Lage, weil die Körperstelle unzugänglich ist oder Sie sich unsicher fühlen, suchen Sie umgehend einen Arzt oder die Notfallstation eines Krankenhauses auf.

Beachten Sie, dass Zecken auch für Haustiere als Krankheitsüberträger ein Risiko darstellen. Falls Sie also Tierhalter sind, sollten Sie auf einen Schutz vor Zecken durch geeignete Mittel nicht verzichten.

Versicherungstipp

Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz zum Thema Haus und Wohnen. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Infobox auf der rechten Seite.